Über mich
Ich bin 1979 geboren. Die Wurzeln meiner Verbindung zum Thema Trauma liegen, wie bei vielen Menschen, in der Geschichte meiner Familie. Sehr früh und sehr nachhaltig wurde ich unter anderem mit den indirekten Auswirkungen des letzten Weltkrieges konfrontiert, auch in Form von physischer und psychischer Gewalt. Dank günstiger Umstände und kontinuierlicher Bemühungen war es mir möglich, die Folgen dieser Traumatisierung zu einem erheblichen Teil zu überwinden - mein erster Klient war ich selbst.
Auf dieser zutiefst prägenden Erfahrung beruhen meine Motivation und meine Fähigkeit, die Folgen von Trauma auch bei anderen zu verstehen und mit ihnen gemeinsam zu integrieren - denn Trauma, ebenso wie die "Heilung" von Trauma, ist nie nur individuell und isoliert, sondern immer auch ein zwischenmenschliches Geschehen.
Ab 2001 habe ich in Göttingen, ursprünglich aufgrund meiner Liebe zu Tieren und meines Interesses an ihnen, Biologie studiert. Das Biologiestudium weckte mein Interesse an der Entwicklung und Entfaltung des Lebendigen, und so habe ich schließlich am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön promoviert. Anschließend war ich drei Jahre lang in Norwich, UK in der Grundlagenforschung tätig. Meine intensive Beschäftigung mit Evolutionsbiologie hat mich gelehrt, den Menschen auch als biologisches Wesen zu sehen und die Bedeutung unseres evolutionären Erbes für die Psyche zu erfassen.
Von hier aus lässt sich eine weitere Brücke zum Thema Trauma schlagen: denn was Trauma im menschlichen Organismus bewirkt, beruht mindestens ebenso sehr auf unserer evolutionär ererbten, biologischen Natur wie auf unserer Einzigartigkeit als menschliche Wesen, und es hat auch mit dem Konflikt zwischen diesen beiden Aspekten unseres Daseins zu tun. So hat mein Studium hat mich, ohne dass mir dies ursprünglich bewusst war, darauf vorbereitet, Trauma und seine Folgen auch auf der wissenschaftlichen Ebene klar zu sehen und tief zu verstehen.
Ungefähr zeitgleich mit der Aufnahme des Biologiestudiums begann ich mit einer regelmäßigen Praxis der Achtsamkeitsmeditation, die seitdem fester Bestandteil meines Lebens ist. Diese stetige Übung der Achtsamkeit und Präsenz dient mir als Grundlage für die therapeutische Arbeit.
Persönliche Betroffenheit und Erfahrung, wissenschaftliches Verstehen sowie eingeübte Achtsamkeit und Präsenz ermöglichen es mir auf diesem Hintergrund, Ihnen in meiner therapeutischen Arbeit auf wirksame Weise zur Seite zu stehen.